MobiKat

Mobilität in Gefahren- und Katastrophensituationen

Das System MobiKat dient der Vorsorge und Bewältigung von Großschadenslagen sowie der alltäglichen Gefahrenabwehr. Stäbe, Einsatzleitungen und Einsatzkräfte vor Ort erhalten eine wertvolle Entscheidungsgrundlage für die effektive Planung und Durchführung von Schutz- und Rettungsmaßnahmen.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Gewährleistung der Mobilität aller Beteiligten. Dies sichert eine schnelle Hilfeleistung im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtungen und ermöglicht die deutliche Reduzierung von Sach- und Personenschäden.

Technologie

  • Datenintegration mit laufender Aktualisierung für die Bereiche Katastrophenschutz und Verkehrsmanagement,
  • Planung und operative Disposition sowohl für Alltagseinsätze als auch für Großschadenslagen,
  • Datenaustausch und wechselseitige Funktionserweiterung mit DISMA,
  • mobile Endgeräte für Einsatzleitungen und Einsatzkräfte,
  • mobiles autonomes Kamerasystem zur Überwachung gefährlicher Einsatzstellen,
  • Analysen und Konzepte zur Bewertung der Verkehrsinfrastruktur und Mobilitätssicherung bei Großschadenslagen.

 

 

Technische Realisierung

Als wesentliche Grundlage für die Implementierung im Landkreis Sächsische Schweiz wurde die Datenintegration von Informationen aus über 40 amtlichen und kommerziellen Datenquellen erfolgreich durchgeführt und ihre regelmäßige Aktualisierung sichergestellt. Dazu gehören u.a.: Straßen- und Schienennetz, Brücken, Tunnel, aktuelle Baustellen, Gewässer, Überflutungsflächen für zwei Pegelstandorte, Adresskoordinaten mit Zuordnung der Einwohner, ÖV-Linien und -Haltestellen, Gebäudeumrisse, Flurstücksgrenzen, kritische Infrastruktur / Schwerpunktobjekte, Feuerwehrstandorte, Rettungs- und Polizeiwachen, KatS-Einsatzmittel, Hydranten, digitales Geländemodell (DGM25), Kletterfelsen, Orthofotos (1 Pixel = 20 cm) u.v.m.

In unmittelbarer Zusammenarbeit mit den Anwendern wurde ein universelles IT-System zur Lagevisualisierung und Entscheidungsunterstützung in Echtzeit entwickelt und in die Praxis eingeführt. Zu den wesentlichen Funktionalitäten gehören:

  • Infrastrukturdarstellung in frei wählbaren Zoom-, Detail- und Layerstufen, gezielte Objektsuche,
  • optimierte Ressourcenauswahl und Einsatzplanung für Feuerwehr-, Rettungsfahrzeuge u.a.,
  • Disposition und Routenplanung unter Berücksichtigung von Straßennetz- und Fahrzeugeigenschaften,
  • Berechnung langer Lösch- und Trinkwasserförderstrecken mit Pumpenstandorten für frei wählbare Strecken-, Druck- und Schlauchparameter,­ Brandschutzbedarfsplanung sowie Gebietserreichbarkeit für Feuer- und Rettungswachen etc.,
  • Einsatzplanungen für Schwerpunktobjekte des KatS u.v.m.).

Zur Gewinnung von Live-Informationen aus gefährdeten Bereichen wurden autonome Kameras mit drahtloser Datenübertragung entwickelt und mehrfach eingesetzt. Diese verfügen über eine autarke Stromversorgung für mehrere Tage, sind fernsteuerbar sowie mit 18-fachem Zoom ausgerüstet.
Auf der Grundlage der Verkehrs- und Infrastrukturdatenbasis entstand das digitale Kartenmaterial für das Leitsystem der Rettungsleitstelle des Landkreises.

In enger Zusammenarbeit mit den Anwendern wurden detaillierte Studien zur Bewältigung von Verkehrsproblemen beim Müglitz-Hochwasser sowie zur Planung der erforderlichen Verkehrssteuerungsmaßnahmen und Zufahrtsrouten im Fall eines Gefahrstoffaustritts bei einem Chemieunternehmen in der Region durchgeführt.