Der Klimawandel führt zunehmend zu komplexen Kettenreaktionen – mit Folgen, die Menschen, Tiere und ganze Landschaftsräume vor große Herausforderungen stellen. Entlang der Neiße standen deutsche und polnische Partnerregionen in den vergangenen Jahren mehrfach vor Hochwasser- und Waldbrandszenarien, bei denen Bewohnerinnen und Bewohner ihre Existenz verloren. Besonders kritisch: In diesen Situationen fehlte es bislang an einem geeigneten Kommunikationsmedium, um entscheidungsrelevante Informationen zur aktuellen Lage sowie belastbare Prognosen schnell und zuverlässig auszutauschen.
Gemeinsame Lagebilder und bessere Kommunikation
Vor diesem Hintergrund bringt CIFAD III den Landkreis Görlitz und dem polnischen Powiat Żarski zusammen, um die grenzüberschreitende Kommunikation entscheidend zu verbessern. Ziel ist es, insbesondere beim Austausch von Alarm- und Lageinformationen sowie bei der gegenseitigen Anforderung von Einsatzressourcen Lücken zu schließen.
CIFAD III richtet sich an Katastrophenschutzbehörden sowie Feuerwehren und Rettungsdienste. Durch den systematischen Wissenstransfer, neue Datenquellen und optimierte Abläufe stärkt das Projekt die Krisenprävention und -bewältigung – und damit die Sicherheit der gesamten deutsch-polnischen Grenzregion.
Aktuelle Projektstände vorgestellt
Am 15. November 2025 trafen sich rund 50 Vertreterinnen und Vertreter deutscher und polnischer Katastrophenschutzbehörden zum CIFAD-III-Statusmeeting in Weißwasser. Gemeinsam informierten sie sich über die Projektfortschritte im transnationalen Einsatz- und Ressourcenmanagement.
Im Auftrag des Projekts entwickelt das Fraunhofer IVI eine Kameraplattform zur schnellen Lageerkundung sowie eine Lösung für den deutsch-polnischen Alarmnachrichtenaustausch mit Einbindung in das Einsatzführungssystem MobiKat®. In Kooperation mit den Partnern auf polnischer Seite entsteht eine Schnittstelle, die den Informationsaustausch und eine reibungslose Alarmierung über die Landesgrenzen hinweg zuverlässig ermöglicht. Hierzu sind neben Expertentreffen auch ein Systemtest und Schulungen für die praktische Anwendung geplant.
Zielgruppe des Projekts sind in erster Linie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörden in den Landkreisen Görlitz und Żary sowie Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehren, freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdiensten. Sie nutzten das Treffen, um ihre Technik zu präsentieren und Erfahrungen auszutauschen.