Verkehrspsychologie und Unfallprävention

FAPS – Fraunhofer IVI Accident Prevention School

© Fraunhofer IVI
Interaktive Verkehrserziehung mit FAPS

Unfallforscher, Ingenieure und Psychologen entwickeln in FAPS gemeinsam die Unfallprävention der Zukunft. Durch die Kombination von ingenieurtechnischen Lösungen, Unfallanalysen und Ansätzen aus der Psychologie, die den Menschen ins Zentrum stellen, wird das erhöhte Unfallrisiko von Kindern, Jugendlichen und anderen vulnerablen Verkehrsteilnehmern in den Fokus gestellt. Ziel ist es, durch die intelligente Nutzung von Smart Data die Verkehrserziehung zu verbessern sowie schulspezifisch zu individualisieren und somit die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

Das Projekt verwertet reale Unfalldaten im EUSKa-Format verschiedener Bundesländer und macht sie für eine interaktive Unfallprävention nutzbar. Dazu werden Schüler mit realen Unfallszenarien in ihrem unmittelbaren Umfeld konfrontiert und nehmen mittels 3D-Brille die Perspektive verschiedener Verkehrsteilnehmer ein. Die Perspektivübernahme führt zur Sensibilisierung und Verbesserung des Bewusstseins und Verhaltens in kritischen Verkehrssituationen bei Kindern und Jugendlichen, und hilft, langfristig Unfälle zu vermeiden.

FAPS wurde 2017 mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet.

Vertiefende Analyse des Unfallgeschehens älterer Fahrzeugführer

Im Fokus der Untersuchung steht, wie häufig altersspezifische Veränderungen eine Rolle bei der Unfallentstehung generell spielen, welche Ursachen im Einzelnen besonders unfallrelevant sind und wie die Bedeutung dieser altersspezifischen Veränderungen im Unfallgeschehen über das Lebensalter zu- oder abnimmt. Diese Analysen beruhen auf statistischen Signifikanztests. Die Daten der German In-Depth Accident Study (GIDAS) sowie der speziellen Analysemethodik ACAS – Accident Causation Analysis System der MH Hannover (Otte, Pund, & Jaensch, 2009) liefern die Grundlage für die Analysen.

In der Folge können Aussagen dazu getroffen werden, inwiefern einzelne altersbedingte Veränderungen einen signifikanten Einfluss auf das allgemeine Unfallgeschehen und das der einzelnen Altersgruppen haben. Wenn auch nicht quantifizierbar, kann zumindest durch die Untersuchung über mehrere Altersgruppen hinweg der Effekt durch Kompensation nachgewiesen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse geben Hinweise auf die notwendigen Implikationen für die Maßnahmenfelder Umwelt, Fahrzeug und Mensch.