Sicherheit und Standardisierung sind beim Laden entscheidend. Welche Rolle spielt das Fraunhofer IVI in den relevanten Gremien? Welchen Vorteil hat das für Industriepartner?
Die von uns erreichten kurzen Ladezeiten gehen mit sehr hohen Systemspannungen von bis zu 1250 Volt und hohen Ladeströmen von 2000 Ampere und mehr einher. Sicherheit spielte in der Entwicklung des Kontaktsystems daher eine essenzielle Rolle – sei es beim Berührschutz, der Vermeidung von ungewollten Erwärmungen oder auch der Absicherung der Ladeablaufsteuerung.
Standardisierung ist enorm wichtig, um die sogenannte »Henne-Ei-Problematik« aufzulösen. Damit meinen wir, dass die Fahrzeughersteller eine Technologie nur dann integrieren, wenn auch Ladeinfrastruktur existiert, die kompatibel ist und nachgefragt wird. Zugleich wird eine neue Ladetechnologie nur dann umgesetzt, wenn es am Markt auch Fahrzeuge gibt, die damit laden können. Unser Institut begleitet daher die Entwicklung der Systeme durch aktive Mitarbeit in Standardisierungsgremien und Interessenverbänden auf nationaler und internationaler Ebene.
Fest steht, dass es einen Standard für das Laden von unten geben wird, auf den sich dann sowohl Fahrzeug- als auch Ladeinfrastrukturhersteller beziehen können. Der soll so definiert sein, dass auch sehr hohe Ladeleistungen in der Zukunft mit abgedeckt werden. Mit unserem System, das Ladeleistungen von bis zu 4,5 Megawatt erreicht, sind wir hier auf einem sehr guten Weg, den weltweiten Standard entscheidend mitzugestalten. Unsere Praxispartner profitieren schon heute davon, da sie gemeinsam mit uns das System frühzeitig testen und als Early Adopter die Zukunft des Ladens in der ersten Reihe miterleben zu können.