Vertrauenswürdige Daten aus C-ITS Informationen
Im Zusammenhang mit der Mobilitätswende sind vernetzte und kooperative Verkehrssysteme (C-ITS) sowie vernetzte kooperative automatisierte Mobilität (CCAM) viel diskutierte Themen. Vernetztes Fahren gilt als einer der Wegbereiter für die automatisierte Mobilität. Ein bislang ungelöstes Problem in diesem Bereich ist die Frage, wie wirklich sichere und vertrauenswürdige Kommunikationssysteme eingerichtet werden können. Ohne solche Systeme werden Daten und Informationen von Fahrzeugen nur als informativ angesehen und führen nicht dazu, dass das Fahrverhalten angepasst wird. Nur Daten und Benachrichtigungen, die auf resiliente Weise bereitgestellt werden, können von Verkehrsteilnehmern als sicher eingestuft werden, was die Grundlage für eine zunehmend breite Einführung von CCAM auf europäischen Straßen bildet.
Ziel des deutsch-tschechischen Verbundprojekts STREAM ist daher
- der Aufbau einer vollständigen Technologiekette für die Erstellung und Übertragung vertrauenswürdiger Informationen an vernetzte Fahrzeuge, sowie
- die Harmonisierung der deutschen und tschechischen Infrastruktur für vertrauenswürdige, zuverlässige Daten und Kommunikation in beiden Ländern.
Da die Automobil- und Schienenfahrzeugindustrie für beide Länder ein wichtiger Industriezweig ist, ist die Kompatibilität von Fahrzeugen und Infrastruktur dieser Regionen entscheidend für die Schaffung und Umsetzung neuer Mobilitätslösungen auf Basis digitaler Kommunikation. Das Projekt umfasst Arbeiten in den Bereichen Erkennung, Cybersicherheit, Piloten in städtischen und ländlichen Umgebungen sowie Produktionstestverfahren.
Internationale Exzellenz für grenzübergreifende Zusammenarbeit
Das Konsortium besteht aus INTENS Corporation s.r.o., PiVa AI s.r.o. und der Technischen Universität Prag auf tschechischer Seite, sowie aus der Dresden Elektronik Verkehrstechnik GmbH und dem Fraunhofer IVI auf deutscher Seite. Gemeinsam mit den weiteren assoziierten Partnern verfügen sie über einzigartiges Know-how und exzellente Fähigkeiten, um von der Software- und Hardwareentwicklung bis hin zur Evaluierung eine durchgehende Entwicklung zu gewährleisten. Die Möglichkeit, einzelne Ausstattungskonfigurationen in beiden Ländern zu testen, bietet eine Ausgangsbasis für die Definition neuer Standards für vertrauenswürdige Informationen aus dem CCAM beider Länder. Diese Informationen haben großes Potenzial, zum neuen Standard für die Infrastruktur auf europäischer Ebene zu werden.
Im Rahmen des Projekts werden die Partner ein Pilotsystem aufbauen und validieren, in dem die Infrastruktur ein Ereignis automatisch erkennt und diese Informationen über Car2X-Vernetzung konsistent und vertrauenswürdig an herannahende Fahrzeuge weiterleitet. Die Kommunikation wird über eine sogenannte Public Key Infrastructure (PKI) gesichert und Ereignisse innerhalb der Daten und Informationen werden durch Anomalieerkennungsalgorithmen erfasst. Damit wird die Voraussetzung für PKI-Level 2 in Synchronisation mit der nationalen und internationalen PKI geschaffen, was insbensondere für Infrastrukturbetreiber wichtig ist.
In der Projektarbeit werden die Partner in Tschechien sich auf Use Cases für die Autobahn fokussieren, während die deutschen Partner die urbanen Szenarien betrachten. Die genannte Grundthese ist ein kompletter Paradigmenwechsel in unserer heutigen Mobilität. Wo aktuell Fahrzeuge sowie Fahrer und Fahrerinnen die Fahraufgabe komplett autark im vornehmen, werden zukünftig im ersten Schritt reine Informationen, im zweiten Schritt Assistenzfunktionen und im dritten Schritt Fahrfunktionen durch Informationen der Infrastruktur assistiert und gesteuert.