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Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge – Projekt »Lade-PV« gestartet

4. Juni 2020

© Schnitzler Werbung Freiburg GmbH
Elektro-Nutzfahrzeuge können mit Solarstrom Energie sparen

Der Schwerlastverkehr verursacht 6 Prozent der CO₂-Emissionen in der EU. Direkt am Fahrzeug produzierter Solarstrom kann diese Bilanz um 5 bis 7 Prozent deutlich verbessern. Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekt »Lade-PV« wollen vier Industrieunternehmen und zwei Fraunhofer-Institute unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE die Marktfähigkeit von PV-Anwendungen im Lastenverkehr demonstrieren. Dafür soll ein Gesamtkonzept entwickelt werden, das den flächendeckenden Einsatz von integrierten PV-Modulen an Elektro- und anderen Nutzfahrzeugen (über 3,5 Tonnen Nutzlast) ermöglicht.

Für die Herstellung der VIPV-Leichtbaumodule in Serienproduktion wird ein Produktionskonzept entwickelt und eine bestehende Produktionslinie der Firma Sunset Energietechnik GmbH umgerüstet. Die Integration der Modul-Prototypen in die Kofferaufbauten von Elektro-Nutzfahrzeugen erfolgt durch die TBV Kühlfahrzeuge GmbH. Der Projektpartner M&P motion control and power electronics GmbH entwickelt, testet und zertifiziert die Leistungselektronikkomponenten für die Anbindung der Solarmodule an die bestehenden elektrischen Bussysteme des Nutzfahrzeugs. Ein mit Solarmodulen ausgestatteter Framo E-LKW wird bei der Alexander Bürkle GmbH & Co. KG im täglichen Verteilerbetrieb im Freiburger Umland getestet.

Das Fraunhofer IVI entwickelt im Projekt ein Energieprognosemodell des Fahrzeugs, das abhängig von den Verbrauchern im Fahrzeug und der PV-Stromerzeugung für unterschiedliche Routen die Reichweite, Ladezeiten und Stromerzeugung prognostiziert.

Automatisierungskonzepte für die Landwirtschaft: zwei neue Studien gestartet

25. Mai 2020

© Fraunhofer IVI
Visionen für die Digitalisierung der Landwirtschaft

Wie können Landwirte in einer digitalisierten Welt gesteigerte Produkti­vität mit nachhaltigem Anbau und hoher Qualität in Einklang bringen? Die hierzu erforschten Grundlagen aus dem Fraunhofer-Leitprojekt »Cognitive Agriculture« vertiefen einige Partnerinstitute nun im Rahmen von zwei neuen Studien im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).

Gemeinsam mit dem Fraunhofer IKTS und zwei Vereinen aus dem Energiebereich untersucht das Fraunhofer IVI zum einen neue Ansätze für die dezentrale Energieversorgung in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. Dabei soll das Zukunftspotenzial unterschiedlicher Technologien, wie z.B. Brennstoffzellen, Wärmespeicherung oder Power-to-X erfasst und eine spätere Umsetzung in Demonstrationsanlagen vorbereitet werden. Zum anderen entsteht in Workshops mit der TU Dresden und Industriepartnern ein Konzept für die Entwicklung eines autonomen Schwarmsystems für den Pflanzenbau. Mit Themen wie der kognitiven Auswertung von Sensordaten oder der Implementierung von Standardschnittstellen für die Automatisierung knüpft das Vorhaben nahtlos an die COGNAC-Innovationsbereiche an.

Die Automatisierung mittels Feldrobotik ermöglicht eine kontinuierliche und lokal aufgelöste Erfassung von Sensordaten. Mit den daraus abgeleiteten Informationen lassen sich landwirtschaftliche Arbeitsprozesse weiter optimieren. Entwicklungsziel ist eine leichte, vollständig elektrifizierte Feldrobotereinheit, die aus einer autonom fahrenden Plattform sowie einer Drohne besteht. 

Neue Lösungen für die Sicherheit im autonomen Fahren

Reale Unfallsituationen virtuell nachspielen

© Fraunhofer IVI
Erste Demonstrationen im Projekt SePIA auf dem Testoval des Fraunhofer IVI

6. Mai 2020

Eines der größten Probleme auf dem Weg hin zum selbstfahrenden Auto sind die Sicherheitsbedenken der Autofahrer. Wie ein Artikel der aktuellen Ausgabe des Fraunhofer-Magazins weiter.vorn beleuchtet, kann das Thema Sicherheit aber auch eine große Chance für die deutsche Wirtschaft sein, sich beim Wettrennen um intelligente Systeme für das autonome Fahren durchzusetzen. Die Fraunhofer-Gesellschaft arbeitet derzeit an verschiedenen Lösungen in diesem Bereich.

So entsteht am Fraunhofer IVI gemeinsam mit der TU Dresden sowie den sächsischen Unternehmen Fahrzeugsystemdaten GmbH, TraceTronic GmbH,  Computer Vision Lab und Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden GmbH im Projekt SePIA eine komplexe Validierungsplattform für das hochautomati­sierte Fahren, elektronische Teilsysteme und das Gesamtfahr­zeug. Die Plattform bezieht sowohl Realfahrszenarien mit flächendeckenden Unfalldaten als auch Informationen aus Unfallrekonstruktions-Gutachten sowie Fahrzeug- und Videodaten mit ein. »2019 gab es in Deutschland mehr als 2,7 Millionen Verkehrsunfälle; in die besonders schweren waren überwiegend Radfahrer, Fußgänger und motorisierte Zweiräder, wie beispielsweise Motorräder und Mopeds, involviert«, sagt Dr. Christian Erbsmehl, Gruppenleiter Fahrzeug- und Ver­kehrssicherheit am Fraunhofer IVI in Dresden. »Unser Ansatz ermöglicht es, reale Unfallsituationen virtuell nachzustellen und verschiedene Fahrzeugsicherheitssysteme auch im Zusammenspiel auf ihre Fähigkeit zu testen, den Crash mit weniger Geschwindigkeit zu vollziehen oder den Unfall ganz zu vermeiden«. Die entwickelte Plattform wird abschließend in einer Hardware-/Software-Anwendungsumgebung exemplarisch getestet und demonstriert. Gefördert wird das Projekt durch den Freistaat Sachsen und die EU mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Fraunhofer IVI vs. Corona: neues MobiKat-Modul für ungebundene Helfer unterstützt Team Sachsen

21. April 2020

© DRK Sachsen
Im Führungs- und Lagezentrum der Hilfsorganisationen Sachsens wird die Staatsministerin Petra Köpping mithilfe von MobiKat zur aktuellen COVID-19-Lage informiert.

Die COVID-19-Lage stellt sowohl die Bevölkerung als auch Behörden und Hilfsorganisationen vor bislang unbekannte Herausforderungen, für die es keine Standardlösungen gibt. Das Fraunhofer IVI unterstützt die praktische Bewältigung der aktuellen Situation mit neuen MobiKat-Softwarekomponenten. Diese werden beim Deutschen Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst bei der täglichen Arbeit im Kampf gegen die Pandemie eingesetzt. Die Hilfsorganisationen koordinieren gemeinsam als Team Sachsen die derzeitigen Hilfemaßnahmen und stellen den hilfesuchenden Personen, Organisationen und Unternehmen freiwillige Helferinnen und Helfer zur Verfügung.

Das gemeinsame Führungs- und Lagezentrum Sachsen nutzt MobiKat seit Beginn der Maßnahmen und organisiert mittlerweile über 3000 Helfer. Mit MobiKat lassen sich die Daten zu Hilfegesuchen und Helfern sowie deren Fähigkeiten zusammenführen, Einsatzentscheidungen unterstützen und nachgelagerte Meldungen für Betroffene, Helfer und Stab zur Auftragsgenerierung, Benachrichtigung, Statusnachverfolgung etc. erzeugen und versenden. Bei der Auswahl und Zuordnung von Helfern zu einem Hilfegesuch – der sogenannten Helferdisposition – werden zahlreiche Kriterien berücksichtigt, wie zum Beispiel die Mobilität des Helfers, die Straßenentfernung zum Einsatzort, die zeitliche Verfügbarkeit, Vorkenntnisse in der Gesundheitspflege, sowie Fremdsprachenkenntnisse. Sobald die einzusetzenden Personen für ein Hilfegesuch ausgewählt wurden, kann das System E-Mails mit allen wichtigen Informationen an die Beteiligten senden. Die Helferinnen und Helfer erhalten mit MobiKat präzise Informationen über ihren bevorstehenden Einsatz und die Hilfsbedürftigen erfahren vorab, wer auf dem Weg zu ihnen ist.

Die Funktionalitäten von MobiKat werden fortlaufend – entsprechend den Anforderungen aus dem Einsatz in der COVID-19-Lage – erweitert. Das neue Modul wurde schnell umgesetzt, um den akuten Bedarf der Praxisanwender nach einer optimierten Koordination ihrer zahlreichen Hilfemaßahmen zu decken, und leistet somit einen unmittelbar wirksamen Beitrag zur Bewältigung der Pandemielage.

Kommunikationsdienste DorfFunk und DorfNews starten in der Lommatzscher Pflege

25. März 2020

Das Projekt »Digitale Dörfer Sachsen« untersucht, welche Chancen die Digitalisierung für das tägliche Leben in ländlichen Räumen bietet. In der Modellregion Lommatzscher Pflege werden gemeinsam mit den Bewohnern, der Verwaltung und Forschern der Fraunhofer-Institute IESE und IVI digitale Dienste entwickelt und getestet.

Ein wichtiger Meilenstein im Vorhaben ist nun geschafft – ab sofort können die Bewohner der Region die im Vorhaben entstandenen Lösungen DorfFunk und DorfNews nutzen. Konkret handelt es sich bei DorfFunk um eine Smartphone-App, in der Nutzer ihre Hilfe anbieten, Gesuche einstellen oder einfach nur zwanglos miteinander plauschen können. Zusätzlich zur App sind aktuelle Informationen aus der Region und den Kommunen in den DorfNews unter www.lp-digital.de zu finden. Das Besondere an DorfNews ist, dass nicht nur die Gemeinden und andere Quellen informieren, sondern Bürger selbst zu Reportern werden können. Die Veröffentlichung der beiden Kommunikationsdienste fällt zugegebenermaßen in eine Zeit, die mit vielen Herausforderungen verbunden ist. Das Projektteam »Digitale Dörfer Sachsen« ist jedoch überzeugt davon, dass DorfFunk und DorfNews einen Beitrag leisten können, mit der momentanen Situation umzugehen, denn: aktuelle Informationen aus den Gemeinden und der Region, die Kommunikation der Bevölkerung untereinander oder auch Hilfegesuche und -angebote sind heute wichtiger denn je.

Innovation mit Tradition: Institutsleiter Matthias Klingner bei »Metzler meets Fraunhofer«

© Stefan Effner

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Innovation mit Tradition – Metzler meets Fraunhofer« war Prof. Dr. Matthias Klingner, Institutsleiter des Fraunhofer IVI, am 5. Februar 2020 zu Gast im Bankhaus Metzler in Frankfurt am Main. Mit Jürgen Pieper, der bei Metzler für den deutschen Automobilsektor zuständig ist, sprach er im Interview über die Vereinbarkeit der Energiewende mit aktuellen Mobilitätstrends und diskutierte auch die Chancen und Risiken des autonomen Fahrens. Als Einstieg ins Gespräch diente Professor Klingners Impulsvortrag mit dem Titel »Mobilität trotz(t) Wende«.

Die Veranstaltungsreihe, bei der im Rahmen eines Business-Lunches ausgewählten Geschäftspartnern und Kunden von Metzler exklusive Einblicke in gesellschaftlich und wirtschaftlich bedeutsame technologische Prozesse ermöglicht werden, besteht bereits seit 2014. Das Format bietet eine Plattform für den Dialog zwischen Praxis und For­schung, der Denkanstöße geben kann, um Geschäftsstrategien schon früh zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Ministerbesuch am autartec®-Haus

Brandenburgs Wirtschaftsminister Steinbach informiert sich über zukunftsweisende Wohnkonzepte

© Fraunhofer IVI
Minister Jörg Steinbach am autartec®-Haus

6. Februar 2020

Im Rahmen eines Besuchs des Lausitzer Seenlands besichtigte Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, auch das autartec®-Haus am Bergheider See. Am Beispiel des 2019 fertiggestellten Technologiedemonstrators erläuterte Matthias Klingner, Institutsleiter des Fraunhofer IVI, wie vernetzte alternative Energiekonzepte in Verbindung mit einer modernen Wohnkultur neue Lebensformen an Land und auf dem Wasser ermöglichen können. Die Vision, das autartec®-Haus in der Zukunft zu einer kleinen Siedlung mit mehreren ufernahen und schwimmenden Gebäuden auszubauen, ist nur eine von vielen Ideen für die Umgestaltung des ehemaligen Braunkohlereviers, die es zu diskutieren gilt.

Minister Steinbach zeigte sich beeindruckt von dem Gebäude, das mit seinem unkonventionellen Aussehen und der semiautarken Energie- und Wasserversorgung das Lausitzer Seenland bereichert. Die im autartec®-Projekt entstandenen Versorgungslösungen können auch in anderen neu erschlossenen Gebieten eingesetzt werden, die noch nicht über die notwendige Infrastruktur wie Wasser- oder Stromleitungen verfügen. So wird das schwimmende Haus zu einem Leuchtturm der regionalen Entwicklung hin zu einer Landschaft, in der man sowohl gut leben als auch Urlaub machen kann.

Ihre Stimme für mehr Sicherheit!

Fraunhofer IVI in der finalen Runde der »Ferry Porsche Challenge« mit eigenem Konzept zur Verkehrsunfallprävention für Kinder und Jugendliche

Bereits seit mehr als drei Jahren gibt es die Initiative »Sicher! – mit Grips«. Basierend auf der im Jahr 2017 mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichneten Methode »Fraunhofer IVI Accident Prevention School (FAPS)« sollen junge Verkehrsteilnehmer befähigt werden, typische Gefahren von Fußgängern und Radfahrern zu erkennen und zu verinnerlichen. Hierzu zählt, eigenes Fehlverhalten zu vermeiden und fremdes einzukalkulieren. Dafür bearbeiten die Schüler Verkehrsunfalldaten, die aus dem unmittelbaren Einzugsbereich der teilnehmenden Schule stammen und im Rahmen einer Projektarbeit zur Verfügung gestellt werden.

Nun wurde die Idee bei der »Ferry Porsche Challenge« eingereicht. Fast 600 gemeinnützige Projekte hatten sich beworben, von denen 70 in die nächste Runde kamen. »Sicher! – mit Grips« gehört dazu. Die Hälfte davon darf ins Finale einziehen. Abgestimmt wird im Internet.

Nun hoffen wir auf Ihre Unterstützung! Mit einem Voting bis 21. Februar 2020 für »Sicher! – mit Grips« unterstützen Sie die Finanzierung des nächsten Projekts: Auch in Leipzig sollen drei Schulklassen von einem einwöchigen Workshop in Sachen Verkehrssicherheit profitieren. 

Entspannt und umweltfreundlich von A nach B

Verbundprojekt »SteigtUM« entwickelt emissionsfreies Verkehrskonzept

© TU Bergakademie Freiberg

27. Januar 2020

Innerhalb des Forschungsvorhabens ist geplant, einen alltagstauglichen, kostengünstigen Leih-Service für Lastenfahrräder und E-Roller anzubieten. Studierende der TU Freiberg und Bürger sollen künftig bequem und umweltfreundlich auf dem Campus und in der Universitätsstadt unterwegs sein können. Erste Test sind bereits für 2020 vorgesehen. Neben der TU Bergakademie Freiberg und dem Fraunhofer IVI gehören auch die TU Chemnitz, die apromace data systems GmbH aus Freiberg sowie die TU Braunschweig dem Konsortium an.   

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert die Forschungs- und Testphase bis Mai 2023 mit rund 4,9 Millionen Euro im Rahmen seines Förderschwerpunktes »Individuelle und adaptive Technologien für eine vernetzte Mobilität – Phase2«.