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Bessere Mobilität durch automatisiertes und vernetztes Fahren

Bundesminister Scheuer überreicht Zukunftsschecks für neue Forschungsprojekte

© BMVI
Virtuelle Übergabe der Zukunftsschecks durch Bundesminister Andreas Scheuer

Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer, überreichte am 18. Dezember 2020 bei einer virtuellen Runde drei sogenannte Zukunftsschecks an neu gestartete Forschungsprojekte. Die Förderung im Bereich Automatisierung und Vernetzung zielt auf anwendungsnahe Forschungsvorhaben ab – sowohl in städtischen wie auch ländlichen Gebieten. Das Fraunhofer IVI ist in zwei der drei nun ausgewählten Vorhaben des zweiten Förderaufrufs vertreten.

Studie ARCADIA rüstet Drohnen und Leichtflugzeuge mit Kamerasystemen aus

In welchem Umfang können reale Unfälle und die zugehörigen Unfallparameter im Videobild erfasst werden? In der Machbarkeitsstudie ARCADIA wird gemeinsam mit den Unternehmen Airclip und FlightLevel untersucht, ob eine Erhebung aus der Luft realisierbar ist – und sich dadurch ein größerer Erhebungsbereich ergibt. Mithilfe von Drohnen und Leichtflugzeugen werden reale Straßenunfälle aus der Luft erfasst, um Assistenzsysteme und Unfallsimulationen weiterzuentwickeln. So soll es in Zukunft möglich sein, Verkehrsteilnehmende vor kritischen Situationen besser zu warnen.

Virtuelles, digitales Testfeld für hochautomatisierte Fahrfunktionen im Projekt SAVe NoW

Beim Forschungsprojekt SAVe NoW, in dem das Fraunhofer-Anwendungszentrum »Vernetzte Mobilität und Infrastruktur« mitwirkt, entsteht ein ganzheitliches Simulationsmodell, mit dem hochautomatisierte Fahrfunktionen schneller und wirtschaftlicher erprobt werden können. Damit die Erprobungen und ihre Ergebnisse greifbarer werden, soll zudem eine Dialogplattform als eine Art »interaktives Schaufenster« entstehen.

Abschlusstest bestanden – autonome und bedarfsgerechte Steuerung von Luftfrachttransporten am Frankfurter Flughafen

Datenschutz und Datenverarbeitung

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Smart Air Cargo Trailer Projektvideo (Quelle: Hochschule RheinMain, Hannes Windrath)

Wie kann der e-Lkw AutoTruck zu einem effizienteren Luftfrachttransport beitragen? Beim Abschlusstest im Forschungsprojekt »Smart Air Cargo Trailer« am Frankfurt Airport wurde der AutoTruck zusammen mit der Leitstandsoftware helyOS und der Manöverplanungssoftware TruckTrix® erfolgreich eingesetzt, um einen autonomen Transport zwischen Spediteur und Luftfrachtabfertiger zu realisieren. Ziel des Projekts war es, mit Hilfe von intelligenten Lkw-Aufliegern – den »Smart Trailern« – und einer cloudbasierten Plattform Transporte autonom und bedarfsgerecht zu steuern und so den landseitigen Luftfrachttransport zu optimieren. Als Kooperationspartner für die Realisierung des autonomen Transports stellte das Fraunhofer IVI mit dem AutoTruck das notwendige Fahrzeug und das Fachwissen für die Testphase bereit.

Am Projekt waren neben der Hochschule RheinMain auch die CargoSteps GmbH & Co. KG, die Dachser SE, die Fraport AG, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik – Center für Logistik und Mobilität (CML), die LUG aircargo Handling GmbH und die Sovereign Speed FRA GmbH beteiligt. Gefördert wurde das Vorhaben im Rahmen der Innovationsförderung Hessen aus Mitteln der LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz.

zum Projektvideo

zum Projekt Smart Air Cargo Trailer 

weitere Informationen zum AutoTruck, der Leitstandsoftware helyOS und der Manöverplanung mit TruckTrix®

Künstliche Intelligenz im Verkehrssystem Ingolstadt

Neues Forschungsprojekt KIVI startet am Fraunhofer-Anwendungszentrum »Vernetzte Mobilität und Infrastruktur«

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27. Oktober 2020: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und MdB Dr. Reinhard Brandl übergeben den Förderbescheid an den KIVI-Projektkoordinator Prof. Dr.-Ing. Klaus Bogenberger (TUM)
© Kartendaten: OpenStreetMap-Mitwirkende; Software: Eclipse Public License - v 2.0
Beispiel einer Verkehrsflusssimulation im Projekt KIVI

Wie kann künstliche Intelligenz die Verkehrssteuerung und Verkehrssicherheit im städtischen Umfeld verbessern? Dieser Frage widmet sich das jüngst gestartete Projekt »Künstliche Intelligenz im Verkehrssystem Ingolstadt« (KIVI), in dem das Fraunhofer-Anwendungszentrum »Vernetzte Mobilität und Infrastruktur« als einer von acht Partnern mitwirkt.

Für die Entwicklung datengetriebener Verfahren der Künstlichen Intelligenz entsteht in KIVI ein High-Definition-Testfeld im ebenfalls geplanten 5G Testfeld in Ingolstadt. In diesem Testfeld wird lokale Sensorik eingesetzt, mit der sich auf Basis von KI-Verfahren alle Verkehrsteilnehmer erkennen lassen. Ergänzt wird dies durch mobile Sensorik auf der Basis von FXD (Floating X Data) durch Pkws, Busse, Fahrräder und Fußgänger. Die Fusion dieser KI-basierten mobilen und stationären Sensordaten erfolgt dabei in Echtzeit. So kann die Verkehrslage nahezu vollständig aktuell digital abgebildet sowie prognostiziert werden. Neben der Optimierung des Verkehrsflusses und der Steigerung der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur wird so auch die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht.

Als neue Struktureinheit des Fraunhofer IVI entwickelt das Anwendungszentrum »Vernetzte Mobilität und Infrastruktur« im Projekt Sensor- und Kommunikationstechnologien für eine KI-basierte Verkehrssteuerung. Schwerpunkte liegen dabei im Aufbau und der Entwicklung des High-Definition-Testfelds, insbesondere im Bereich der stationären Sensorik und der KI-basierten Datenfusion von lokalen und mobilen Daten.

Die Pilotanwendungen sollen im Realbetrieb an zehn Kreuzungen in Ingolstadt getestet werden. Ziel ist es, die in KIVI entwickelten Optimierungsverfahren bei Erfolg schrittweise im gesamten Stadtgebiet einzusetzen. KIVI ist Teil der Initiative »KI-Mobilitätsknoten Ingolstadt« und wird durch die Technische Universität München koordiniert. Neben dem Fraunhofer-Anwendungszentrum sind auch die Technische Hochschule Ingolstadt, die Stadt Ingolstadt, die Artificial Intelligence Network Ingolstadt gGmbH, die GEVAS Software GmbH, TTS und die Volkswagen car.SW Org beteiligt. Über eine Projektlaufzeit von 36 Monaten erhält das Vorhaben vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eine Förderung in Höhe von rund 6,9 Millionen Euro.

Weitere Informationen:

Wie Sicherheitsbehörden künftig kommunizieren

Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Sachsen erhält das Fraunhofer IVI den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2020 für Technologie zur Informationsübermittlung und Koordination im Einsatz.

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Die Preisträger Dr. Kamen Danowski vom Fraunhofer IVI (links) und Frank-Michael Löst vom Landeskriminalamt Sachsen

Um praktische Herausforderungen der Terrorismus- und Kriminalitätsbekämpfung lösen zu können, entwickelte ein Team aus Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI aus Dresden und Polizeibeamten eine neue zukunftsorientierte Technologie zur Informationsübermittlung und Koordination im Einsatz. Dafür erhielten die Entwickler am 9. Oktober den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2020. Der hohe Nutzen in der Praxis und die Akzeptanz der Anwender führten zu einer bundesweiten Etablierung der Lösung.

Seit 1978 verleiht die Fraunhofer-Gesellschaft jährlich Preise für herausragende wissenschaftliche Leistungen ihrer Mitarbeitenden mit Systemrelevanz und dem direkten Potenzial, entscheidend zur Lösung gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen und zur Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland beizutragen.

Video Competition der ROS-Industrial Conference

Jetzt abstimmen für unser Video zum automatisierten Fahren auf Betriebshöfen

Die ROS-Industrial Conference ist das jährliche Treffen der ROS-Industrial-Community und findet in diesem Jahr als virtuelles Event statt. Im Vorfeld der Konferenz haben zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihr Demonstrationsvideo bei der ROS-Industrial Video Competition eingereicht. Das Fraunhofer IVI nimmt mit dem Beitrag »AutoTruck − Autonomous Electric Truck for Logistics Centers powered by ROS and helyOS« am Wettbewerb teil.

Nun hoffen wir auf Ihre Unterstützung! Die Online-Abstimmung läuft noch bis zum 14. Dezember 2020. Die 5 Videos mit den meisten Stimmen kommen in eine zweite Auswahlrunde, in der eine Expertenjury den Gewinner kürt. 

5. Zukunftsforum simul+

Am 3. September 2020 fand in Radebeul das 5. Zukunftsforum simul+ des Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung statt. In seiner Rede blickte Staatsminister Thomas Schmidt noch einmal zurück. Im August 2016 war die Zukunftsinitiative simul+ von ihm ins Leben gerufen wurden. Ursprünglich standen Vorhaben aus den Bereichen Umwelt-, Forst-, Land- und Ernährungswirtschaft im Fokus. Mit der Gründung des Staatsministeriums für Regionalentwicklung konnte das Themenspektrum deutlich erweitert werden. Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung bildeten neue Ideen aus dem Baubereich. Dazu gehörte auch das schwimmende autartec®-Haus. Nach einem kurzen Filmbeitrag stellte sich Institutsleiter Prof. Matthias Klingner in einem 10minütigen Gespräch aktuellen Fragen zu den Zielen, Erfahrungen und Besonderheiten des Projektes.

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Leben und Arbeiten im ländlichen Raum attraktiver machen

Staatsminister Thomas Schmidt will Innovationen nutzen, um Strukturwandel zu gestalten

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Das schwimmende autartec®-Haus am Bergheider See ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Wissenschaft zur Bewältigung der Herausforderungen im ländlichen Raum beitragen kann – so empfand es der Sächsische Staatsminister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt bei seinem Besuch des Gebäudes am 20. August 2020. Prof. Matthias Klingner, Institutsleiter des Fraunhofer IVI, erläuterte dem Gast, wie die verschiedenen im Haus integrierten Technologien in den Bereichen Strom, Wärme und Wasser zusammenwirken und eine weitest gehende Selbstversorgung ermöglichen. Zudem verkörpern hier effiziente und natürliche Materialien wie Textilbeton und Holz naturnahes Wohnen in ökologischen und architektonischen Freiheiten, die im urbanen Raum so nicht zu finden sind. Der Minister sieht in solchen Innovationen eine große Chance, den Strukturwandel im ehemaligen Braunkohlerevier erfolgreich zu gestalten und die Region noch lebenswerter zu machen.

Für Matthias Klingner ist das Projekt ein gelungener Ansatz, neue Lebensformen außerhalb der großen Ballungsräume zu begünstigen und die Attraktivität ländlicher Regionen für junge Menschen zu steigern. Das Fraunhofer IVI arbeitet basierend auf dem ersten schwimmenden autartec®-Haus daher an Konzepten für ganze Siedlungsstrukturen, die sich regenerativ versorgen und mithilfe des 5G-Standards so vernetzen lassen, dass eine Versorgung mit ausschließlich erneuerbaren Energien möglich wird.

Batteriezustand per Ferndiagnose prüfen

Diagnosesystem IVImon erkennt Stressfaktoren und hilft, individuelle Leistung und Reichweite von Elektrofahrzeugen einzuschätzen

Überwachung des Batteriezustands mit IVImon

Leistung und Durchhaltevermögen der Fahrzeugbatterien hängen nicht nur von Bauweise und Qualität der Energiespeicher ab. Entscheidend ist vor allem auch, wie sie im täglichen Fahrt- und Ladealltag beansprucht werden. Das vom Fraunhofer IVI entwickelte Diagnosesystem IVImon ermöglicht ein kontinuierliches Langzeitmonitoring – inklusive Ferndiagnose von Batteriezustand und Akkulebensdauer.

Ein kürzlich erschienener Artikel bei Fraunhofer InnoVisions, dem Zukunftsmagazin des Fraunhofer-Verbunds IUK-Technologie, stellt IVImon nun im Detail vor. 

Polizeimessenger-System SE-Netz kommt zum BKA

Neue Kooperationsvereinbarung unterzeichnet

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Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung durch Martina Link, Vizepräsidentin des BKA, Petric Kleine, Präsident des LKA Sachsen sowie Prof. Dr. Matthias Klingner, Institutsleiter am Fraunhofer IVI

Das am Fraunhofer IVI mit dem Landeskriminalamt Sachsen und zahlreichen weiteren Sicherheitsbehörden entwickelte System SE-Netz wird zukünftig im Bundeskriminalamt betrieben. Grundlage dafür ist eine bis mindestens 2025 gültige Kooperationsvereinbarung zwischen den Partnern, die am 30. Juni 2020 durch Martina Link, Vizepräsidentin des BKA, Prof. Dr. Matthias Klingner, Institutsleiter am Fraunhofer IVI sowie Petric Kleine, Präsident des LKA Sachsen, in Dresden unterzeichnet wurde.

Die fachliche Weiterentwicklung bleibt auch künftig in den Händen des Fraunhofer IVI und des LKA Sachsen. Das SE-Netz, ein Kommunikations- und Einsatzführungssystem für Spezialeinheiten der Polizei auf Basis modernster IuK-Technologien, überzeugt seine Nutzer durch eine Vielzahl von Funktionalitäten und Features, die sich stringent am Bedarf der Einsatzkräfte ausrichten. In Sachsen ist es bereits seit 2014 im Einsatz und hat sich inzwischen zum bundesweiten Standard für Spezialeinheiten etabliert.

Ferry-Porsche-Stiftung unterstützt die Initiative »Sicher! – mit Grips«

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Als eines von fast 600 gemeinnützigen Projekten ging »Sicher! – mit Grips«, eine Initiative des Fraunhofer IVI, bei der »Ferry Porsche Challenge« an den Start. Das Projekt wurde Finalist im mehrstufigen Online-Wettbewerb und erhält nun eine Förderung von 5000 Euro für das Konzept zur Verkehrsunfallprävention für Kinder und Jugendliche.

Bereits seit mehr als drei Jahren gibt es »Sicher! – mit Grips«. Basierend auf der Methode »Fraunhofer IVI Accident Prevention School (FAPS)« sollen junge Verkehrsteilnehmer befähigt werden, typische Gefahren von Fußgängern und Radfahrern zu erkennen und zu verinnerlichen. Hierzu zählt, eigenes Fehlverhalten zu vermeiden und fremdes einzukalkulieren. Dafür bearbeiten die Schüler Verkehrsunfalldaten, die aus dem unmittelbaren Einzugsbereich der teilnehmenden Schule stammen und im Rahmen einer Projektarbeit zur Verfügung gestellt werden.

Das FAPS-Team freut sich über die Unterstützung der Ferry-Porsche-Stiftung und plant, die Fördermittel für Workshops an Schulen in Leipzig einzusetzen.

Besuch aus dem Bundestag

Dresdner Abgeordneter Torsten Herbst informiert sich über aktuelle Forschungsthemen am Fraunhofer IVI

© Fraunhofer IVI
Torsten Herbst und Matthias Klingner mit dem e-Lkw AutoTruck

Torsten Herbst MdB, FDP-Obmann im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, besuchte am 11. Juni 2020 das Fraunhofer IVI und verschaffte sich einen Überblick zu den aktuellen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.

Institutsleiter Prof. Dr. Matthias Klingner stellte das Institut und seine Historie umfassend vor – vom intermediären AutoTram®-Fahrzeug über die Entwicklung alternativer Antriebssysteme bis hin zu den ersten autonomen Fahrversuchen. Im Anschluss konnte der Abgeordnete auf einem Rundgang die Teststände im Technikum sowie die Versuchsfahrzeuge und das Schnellladesystem auf dem angrenzenden Außengelände besichtigen.  

Besonderes Interesse zeigte Torsten Herbst für die Umweltthemen am Fraunhofer IVI. Für einen tieferen Einblick in die Forschung auf dem Gebiet der autarken Versorgungssysteme ist daher ein weiterer Besuchstermin am autartec®-Haus in der Lausitz geplant.

Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge – Projekt »Lade-PV« gestartet

4. Juni 2020

© Schnitzler Werbung Freiburg GmbH
Elektro-Nutzfahrzeuge können mit Solarstrom Energie sparen

Der Schwerlastverkehr verursacht 6 Prozent der CO₂-Emissionen in der EU. Direkt am Fahrzeug produzierter Solarstrom kann diese Bilanz um 5 bis 7 Prozent deutlich verbessern. Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekt »Lade-PV« wollen vier Industrieunternehmen und zwei Fraunhofer-Institute unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE die Marktfähigkeit von PV-Anwendungen im Lastenverkehr demonstrieren. Dafür soll ein Gesamtkonzept entwickelt werden, das den flächendeckenden Einsatz von integrierten PV-Modulen an Elektro- und anderen Nutzfahrzeugen (über 3,5 Tonnen Nutzlast) ermöglicht.

Für die Herstellung der VIPV-Leichtbaumodule in Serienproduktion wird ein Produktionskonzept entwickelt und eine bestehende Produktionslinie der Firma Sunset Energietechnik GmbH umgerüstet. Die Integration der Modul-Prototypen in die Kofferaufbauten von Elektro-Nutzfahrzeugen erfolgt durch die TBV Kühlfahrzeuge GmbH. Der Projektpartner M&P motion control and power electronics GmbH entwickelt, testet und zertifiziert die Leistungselektronikkomponenten für die Anbindung der Solarmodule an die bestehenden elektrischen Bussysteme des Nutzfahrzeugs. Ein mit Solarmodulen ausgestatteter Framo E-LKW wird bei der Alexander Bürkle GmbH & Co. KG im täglichen Verteilerbetrieb im Freiburger Umland getestet.

Das Fraunhofer IVI entwickelt im Projekt ein Energieprognosemodell des Fahrzeugs, das abhängig von den Verbrauchern im Fahrzeug und der PV-Stromerzeugung für unterschiedliche Routen die Reichweite, Ladezeiten und Stromerzeugung prognostiziert.

Automatisierungskonzepte für die Landwirtschaft: zwei neue Studien gestartet

25. Mai 2020

© Fraunhofer IVI
Visionen für die Digitalisierung der Landwirtschaft

Wie können Landwirte in einer digitalisierten Welt gesteigerte Produkti­vität mit nachhaltigem Anbau und hoher Qualität in Einklang bringen? Die hierzu erforschten Grundlagen aus dem Fraunhofer-Leitprojekt »Cognitive Agriculture« vertiefen einige Partnerinstitute nun im Rahmen von zwei neuen Studien im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).

Gemeinsam mit dem Fraunhofer IKTS und zwei Vereinen aus dem Energiebereich untersucht das Fraunhofer IVI zum einen neue Ansätze für die dezentrale Energieversorgung in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. Dabei soll das Zukunftspotenzial unterschiedlicher Technologien, wie z.B. Brennstoffzellen, Wärmespeicherung oder Power-to-X erfasst und eine spätere Umsetzung in Demonstrationsanlagen vorbereitet werden. Zum anderen entsteht in Workshops mit der TU Dresden und Industriepartnern ein Konzept für die Entwicklung eines autonomen Schwarmsystems für den Pflanzenbau. Mit Themen wie der kognitiven Auswertung von Sensordaten oder der Implementierung von Standardschnittstellen für die Automatisierung knüpft das Vorhaben nahtlos an die COGNAC-Innovationsbereiche an.

Die Automatisierung mittels Feldrobotik ermöglicht eine kontinuierliche und lokal aufgelöste Erfassung von Sensordaten. Mit den daraus abgeleiteten Informationen lassen sich landwirtschaftliche Arbeitsprozesse weiter optimieren. Entwicklungsziel ist eine leichte, vollständig elektrifizierte Feldrobotereinheit, die aus einer autonom fahrenden Plattform sowie einer Drohne besteht. 

Neue Lösungen für die Sicherheit im autonomen Fahren

Reale Unfallsituationen virtuell nachspielen

© Fraunhofer IVI
Erste Demonstrationen im Projekt SePIA auf dem Testoval des Fraunhofer IVI

6. Mai 2020

Eines der größten Probleme auf dem Weg hin zum selbstfahrenden Auto sind die Sicherheitsbedenken der Autofahrer. Wie ein Artikel der aktuellen Ausgabe des Fraunhofer-Magazins weiter.vorn beleuchtet, kann das Thema Sicherheit aber auch eine große Chance für die deutsche Wirtschaft sein, sich beim Wettrennen um intelligente Systeme für das autonome Fahren durchzusetzen. Die Fraunhofer-Gesellschaft arbeitet derzeit an verschiedenen Lösungen in diesem Bereich.

So entsteht am Fraunhofer IVI gemeinsam mit der TU Dresden sowie den sächsischen Unternehmen Fahrzeugsystemdaten GmbH, TraceTronic GmbH,  Computer Vision Lab und Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden GmbH im Projekt SePIA eine komplexe Validierungsplattform für das hochautomati­sierte Fahren, elektronische Teilsysteme und das Gesamtfahr­zeug. Die Plattform bezieht sowohl Realfahrszenarien mit flächendeckenden Unfalldaten als auch Informationen aus Unfallrekonstruktions-Gutachten sowie Fahrzeug- und Videodaten mit ein. »2019 gab es in Deutschland mehr als 2,7 Millionen Verkehrsunfälle; in die besonders schweren waren überwiegend Radfahrer, Fußgänger und motorisierte Zweiräder, wie beispielsweise Motorräder und Mopeds, involviert«, sagt Dr. Christian Erbsmehl, Gruppenleiter Fahrzeug- und Ver­kehrssicherheit am Fraunhofer IVI in Dresden. »Unser Ansatz ermöglicht es, reale Unfallsituationen virtuell nachzustellen und verschiedene Fahrzeugsicherheitssysteme auch im Zusammenspiel auf ihre Fähigkeit zu testen, den Crash mit weniger Geschwindigkeit zu vollziehen oder den Unfall ganz zu vermeiden«. Die entwickelte Plattform wird abschließend in einer Hardware-/Software-Anwendungsumgebung exemplarisch getestet und demonstriert. Gefördert wird das Projekt durch den Freistaat Sachsen und die EU mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Fraunhofer IVI vs. Corona: neues MobiKat-Modul für ungebundene Helfer unterstützt Team Sachsen

21. April 2020

© DRK Sachsen
Im Führungs- und Lagezentrum der Hilfsorganisationen Sachsens wird die Staatsministerin Petra Köpping mithilfe von MobiKat zur aktuellen COVID-19-Lage informiert.

Die COVID-19-Lage stellt sowohl die Bevölkerung als auch Behörden und Hilfsorganisationen vor bislang unbekannte Herausforderungen, für die es keine Standardlösungen gibt. Das Fraunhofer IVI unterstützt die praktische Bewältigung der aktuellen Situation mit neuen MobiKat-Softwarekomponenten. Diese werden beim Deutschen Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst bei der täglichen Arbeit im Kampf gegen die Pandemie eingesetzt. Die Hilfsorganisationen koordinieren gemeinsam als Team Sachsen die derzeitigen Hilfemaßnahmen und stellen den hilfesuchenden Personen, Organisationen und Unternehmen freiwillige Helferinnen und Helfer zur Verfügung.

Das gemeinsame Führungs- und Lagezentrum Sachsen nutzt MobiKat seit Beginn der Maßnahmen und organisiert mittlerweile über 3000 Helfer. Mit MobiKat lassen sich die Daten zu Hilfegesuchen und Helfern sowie deren Fähigkeiten zusammenführen, Einsatzentscheidungen unterstützen und nachgelagerte Meldungen für Betroffene, Helfer und Stab zur Auftragsgenerierung, Benachrichtigung, Statusnachverfolgung etc. erzeugen und versenden. Bei der Auswahl und Zuordnung von Helfern zu einem Hilfegesuch – der sogenannten Helferdisposition – werden zahlreiche Kriterien berücksichtigt, wie zum Beispiel die Mobilität des Helfers, die Straßenentfernung zum Einsatzort, die zeitliche Verfügbarkeit, Vorkenntnisse in der Gesundheitspflege, sowie Fremdsprachenkenntnisse. Sobald die einzusetzenden Personen für ein Hilfegesuch ausgewählt wurden, kann das System E-Mails mit allen wichtigen Informationen an die Beteiligten senden. Die Helferinnen und Helfer erhalten mit MobiKat präzise Informationen über ihren bevorstehenden Einsatz und die Hilfsbedürftigen erfahren vorab, wer auf dem Weg zu ihnen ist.

Die Funktionalitäten von MobiKat werden fortlaufend – entsprechend den Anforderungen aus dem Einsatz in der COVID-19-Lage – erweitert. Das neue Modul wurde schnell umgesetzt, um den akuten Bedarf der Praxisanwender nach einer optimierten Koordination ihrer zahlreichen Hilfemaßahmen zu decken, und leistet somit einen unmittelbar wirksamen Beitrag zur Bewältigung der Pandemielage.

Kommunikationsdienste DorfFunk und DorfNews starten in der Lommatzscher Pflege

25. März 2020

Das Projekt »Digitale Dörfer Sachsen« untersucht, welche Chancen die Digitalisierung für das tägliche Leben in ländlichen Räumen bietet. In der Modellregion Lommatzscher Pflege werden gemeinsam mit den Bewohnern, der Verwaltung und Forschern der Fraunhofer-Institute IESE und IVI digitale Dienste entwickelt und getestet.

Ein wichtiger Meilenstein im Vorhaben ist nun geschafft – ab sofort können die Bewohner der Region die im Vorhaben entstandenen Lösungen DorfFunk und DorfNews nutzen. Konkret handelt es sich bei DorfFunk um eine Smartphone-App, in der Nutzer ihre Hilfe anbieten, Gesuche einstellen oder einfach nur zwanglos miteinander plauschen können. Zusätzlich zur App sind aktuelle Informationen aus der Region und den Kommunen in den DorfNews unter www.lp-digital.de zu finden. Das Besondere an DorfNews ist, dass nicht nur die Gemeinden und andere Quellen informieren, sondern Bürger selbst zu Reportern werden können. Die Veröffentlichung der beiden Kommunikationsdienste fällt zugegebenermaßen in eine Zeit, die mit vielen Herausforderungen verbunden ist. Das Projektteam »Digitale Dörfer Sachsen« ist jedoch überzeugt davon, dass DorfFunk und DorfNews einen Beitrag leisten können, mit der momentanen Situation umzugehen, denn: aktuelle Informationen aus den Gemeinden und der Region, die Kommunikation der Bevölkerung untereinander oder auch Hilfegesuche und -angebote sind heute wichtiger denn je.

Innovation mit Tradition: Institutsleiter Matthias Klingner bei »Metzler meets Fraunhofer«

© Stefan Effner

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Innovation mit Tradition – Metzler meets Fraunhofer« war Prof. Dr. Matthias Klingner, Institutsleiter des Fraunhofer IVI, am 5. Februar 2020 zu Gast im Bankhaus Metzler in Frankfurt am Main. Mit Jürgen Pieper, der bei Metzler für den deutschen Automobilsektor zuständig ist, sprach er im Interview über die Vereinbarkeit der Energiewende mit aktuellen Mobilitätstrends und diskutierte auch die Chancen und Risiken des autonomen Fahrens. Als Einstieg ins Gespräch diente Professor Klingners Impulsvortrag mit dem Titel »Mobilität trotz(t) Wende«.

Die Veranstaltungsreihe, bei der im Rahmen eines Business-Lunches ausgewählten Geschäftspartnern und Kunden von Metzler exklusive Einblicke in gesellschaftlich und wirtschaftlich bedeutsame technologische Prozesse ermöglicht werden, besteht bereits seit 2014. Das Format bietet eine Plattform für den Dialog zwischen Praxis und For­schung, der Denkanstöße geben kann, um Geschäftsstrategien schon früh zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Ministerbesuch am autartec®-Haus

Brandenburgs Wirtschaftsminister Steinbach informiert sich über zukunftsweisende Wohnkonzepte

© Fraunhofer IVI
Minister Jörg Steinbach am autartec®-Haus

6. Februar 2020

Im Rahmen eines Besuchs des Lausitzer Seenlands besichtigte Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, auch das autartec®-Haus am Bergheider See. Am Beispiel des 2019 fertiggestellten Technologiedemonstrators erläuterte Matthias Klingner, Institutsleiter des Fraunhofer IVI, wie vernetzte alternative Energiekonzepte in Verbindung mit einer modernen Wohnkultur neue Lebensformen an Land und auf dem Wasser ermöglichen können. Die Vision, das autartec®-Haus in der Zukunft zu einer kleinen Siedlung mit mehreren ufernahen und schwimmenden Gebäuden auszubauen, ist nur eine von vielen Ideen für die Umgestaltung des ehemaligen Braunkohlereviers, die es zu diskutieren gilt.

Minister Steinbach zeigte sich beeindruckt von dem Gebäude, das mit seinem unkonventionellen Aussehen und der semiautarken Energie- und Wasserversorgung das Lausitzer Seenland bereichert. Die im autartec®-Projekt entstandenen Versorgungslösungen können auch in anderen neu erschlossenen Gebieten eingesetzt werden, die noch nicht über die notwendige Infrastruktur wie Wasser- oder Stromleitungen verfügen. So wird das schwimmende Haus zu einem Leuchtturm der regionalen Entwicklung hin zu einer Landschaft, in der man sowohl gut leben als auch Urlaub machen kann.

Ihre Stimme für mehr Sicherheit!

Fraunhofer IVI in der finalen Runde der »Ferry Porsche Challenge« mit eigenem Konzept zur Verkehrsunfallprävention für Kinder und Jugendliche

Bereits seit mehr als drei Jahren gibt es die Initiative »Sicher! – mit Grips«. Basierend auf der im Jahr 2017 mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichneten Methode »Fraunhofer IVI Accident Prevention School (FAPS)« sollen junge Verkehrsteilnehmer befähigt werden, typische Gefahren von Fußgängern und Radfahrern zu erkennen und zu verinnerlichen. Hierzu zählt, eigenes Fehlverhalten zu vermeiden und fremdes einzukalkulieren. Dafür bearbeiten die Schüler Verkehrsunfalldaten, die aus dem unmittelbaren Einzugsbereich der teilnehmenden Schule stammen und im Rahmen einer Projektarbeit zur Verfügung gestellt werden.

Nun wurde die Idee bei der »Ferry Porsche Challenge« eingereicht. Fast 600 gemeinnützige Projekte hatten sich beworben, von denen 70 in die nächste Runde kamen. »Sicher! – mit Grips« gehört dazu. Die Hälfte davon darf ins Finale einziehen. Abgestimmt wird im Internet.

Nun hoffen wir auf Ihre Unterstützung! Mit einem Voting bis 21. Februar 2020 für »Sicher! – mit Grips« unterstützen Sie die Finanzierung des nächsten Projekts: Auch in Leipzig sollen drei Schulklassen von einem einwöchigen Workshop in Sachen Verkehrssicherheit profitieren. 

Entspannt und umweltfreundlich von A nach B

Verbundprojekt »SteigtUM« entwickelt emissionsfreies Verkehrskonzept

© TU Bergakademie Freiberg

27. Januar 2020

Innerhalb des Forschungsvorhabens ist geplant, einen alltagstauglichen, kostengünstigen Leih-Service für Lastenfahrräder und E-Roller anzubieten. Studierende der TU Freiberg und Bürger sollen künftig bequem und umweltfreundlich auf dem Campus und in der Universitätsstadt unterwegs sein können. Erste Test sind bereits für 2020 vorgesehen. Neben der TU Bergakademie Freiberg und dem Fraunhofer IVI gehören auch die TU Chemnitz, die apromace data systems GmbH aus Freiberg sowie die TU Braunschweig dem Konsortium an.   

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert die Forschungs- und Testphase bis Mai 2023 mit rund 4,9 Millionen Euro im Rahmen seines Förderschwerpunktes »Individuelle und adaptive Technologien für eine vernetzte Mobilität – Phase2«.